Was kostet eine Meta Ads Agentur? Ein ehrlicher Blick auf die Preismodelle
Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meist nach zehn Minuten, und meistens etwas vorsichtig. Verständlich: Agenturpreise sind in dieser Branche unangenehm intransparent.
Auf den meisten Websites steht „individuelles Angebot“, und was das heißt, erfährt man erst nach dem dritten Termin. Deshalb hier der Versuch einer ehrlichen Antwort, inklusive der Stellen, an denen es für Dich teuer wird, ohne dass es auffällt.
Die drei gängigen Modelle
Prozent vom Werbebudget. Die Agentur berechnet einen Anteil dessen, was Du bei Meta ausgibst, meist mit einem Mindestbetrag nach unten. Der Prozentsatz variiert erheblich. Lass ihn Dir immer zusammen mit dem Mindestbetrag nennen, weil erst beide zusammen den tatsächlichen Preis ergeben.
Das Modell hat einen eingebauten Interessenkonflikt: Die Agentur verdient mehr, wenn Du mehr ausgibst, ganz unabhängig davon, ob das für Dich sinnvoll ist. Der Rat „lass uns das Budget kürzen und erst die Landingpage reparieren“ kostet die Agentur in diesem Modell bares Geld. Genau dieser Rat ist aber oft der richtige.
Feste monatliche Pauschale. Ein vereinbarter Betrag für einen definierten Leistungsumfang. Vorteil: Die Beratung ist unabhängig davon, wie hoch Dein Budget ist. Nachteil: Wenn Dein Konto stark wächst, muss über den Umfang neu gesprochen werden. Das ist ehrlicher, aber unbequemer als eine automatische Anpassung.
Erfolgsabhängige Modelle. Klingt attraktiv, ist in der Praxis fast immer die teuerste Variante. Es muss definiert werden, was „Erfolg“ ist, und diese Definition ist angreifbar: Zählen Bestellungen brutto oder nach Retouren? Zählen Bestandskunden mit? Wird Markensuchtraffic mitgerechnet? Jede dieser Fragen ist ein möglicher Streitpunkt, und Agenturen preisen dieses Risiko ein.
Was den Preis tatsächlich treibt
Der größte Kostenfaktor ist selten die Kampagnensteuerung, sondern die Creative-Produktion.
Meta hat die Zielgruppenfindung inzwischen weitgehend automatisiert. Das System sucht heute nicht mehr Menschen, die zu Deinen Targeting-Einstellungen passen, sondern Menschen, die auf Dein konkretes Werbemittel reagieren. Damit ist das Creative die eigentliche Zielgruppendefinition und zugleich die Arbeit, in die der meiste Aufwand fließt.
Und Werbemittel nutzen sich ab. Je höher Dein Budget, desto schneller. Daraus folgt die wichtigste Frage bei jedem Agenturangebot: Ist Creative-Produktion enthalten, und wenn ja, in welchem Umfang? Ein Angebot über 1.500 € „inklusive Creatives“ und eines über 3.000 € „inklusive Creatives“ können sich um den Faktor fünf im tatsächlichen Produktionsvolumen unterscheiden. Lass Dir eine Zahl nennen.
- Anzahl der Kanäle. Ein sauber betreuter Kanal schlägt drei halbherzige und kostet dabei weniger.
- Zustand des Trackings. Ist die Conversions API angebunden? Stimmen die Events? Wenn nicht, ist das Vorarbeit, ohne die alles Weitere Raten wäre.
- Märkte und Sprachen. Jeder zusätzliche Markt bedeutet eigene Creatives, eigene Tests, eigene Auswertung.
- Abstimmungsaufwand. Eine Freigabeschleife über vier Personen ist teurer als eine über eine.
Ab welchem Budget lohnt sich eine Agentur überhaupt?
Realistisch ab etwa 2.000 € Media-Budget im Monat. Der Grund ist nicht Arroganz, sondern Statistik: Unterhalb dieser Größenordnung erzeugt ein Konto zu wenige Conversions, um Tests seriös auszuwerten. Jedes Ergebnis wäre Rauschen. Eine Agentur, die Dir bei 500 € Monatsbudget „datengetriebene Optimierung“ verkauft, verkauft Dir eine Erzählung.
Woran Du ein schlechtes Angebot erkennst
- Ergebnisgarantien. „Wir garantieren einen ROAS von 4“ ist entweder ein Rechentrick über Bestandskundenumsätze oder eine Zusage, die niemand halten kann.
- Kampagnen im Agenturkonto. Beim Wechsel verlierst Du die gesamte Conversion-Historie und alle gelernten Zielgruppen und bist damit faktisch gebunden.
- Zwölf Monate Mindestlaufzeit. Drei Monate sind fachlich begründbar. Zwölf sind eine Absicherung gegen mangelnde Leistung.
- Kein Wort über Tracking. Wenn im Erstgespräch niemand fragt, ob die Conversions API angebunden ist, ist das ein Warnsignal.
- Reports statt Zugriff. Wer Dir nur monatliche PDF-Berichte gibt, kontrolliert, was Du siehst.
Und was ist mit „selbst machen“?
Eine legitime Option, und für manche Unternehmen die richtige. Meta Ads sind bedienbar. Der Aufwand liegt woanders: im kontinuierlichen Nachschub an Werbemitteln und in der Disziplin, Tests sauber auszuwerten statt nach drei Tagen abzubrechen. Wenn das nebenbei mitläuft, wird es teurer als eine Agentur. Es fällt nur nicht auf, weil die Kosten in Gehältern und in entgangenem Umsatz stecken.
Zusammengefasst
- Prozentmodelle setzen falsche Anreize. Feste Pauschalen sind fairer.
- Der eigentliche Kostenfaktor ist die Creative-Produktion, frag deshalb nach dem Umfang.
- Unter etwa 2.000 € Monatsbudget lohnt sich professionelle Betreuung selten.
- Bestehe auf Deinem eigenen Werbekonto und maximal drei Monaten Mindestlaufzeit.
- Wer Ergebnisse garantiert, sagt Dir nicht die Wahrheit.
Wie wir mit Meta Ads arbeiten · Wie sich unsere Preise zusammensetzen
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